Antike Schubladenschränke aus Holz und Metall. Praktische Ordnungssysteme und viel Stauraum. Teil 2 von 3
Im ersten Teil dieses Blogs wurden die wesentlichen Gestaltungsmerkmale antiker Schubladenschränke dargestellt.
Der zweite Teil wirft einen näheren Blick auf die vielfältigen Bauformen und befasst sich mit dem alten Schubladenschrank als Kombinationsmöbel sowie dem Wandel des Umfeldes, in dem er genutzt wird.
Häufig sind Schubladenschränke in modularer Bauweise gefertigt.
Der Schubschrank besteht dann aus verschiedenen oft gleichartigen Segmenten, die aneinandergereiht oder aufeinander gesetzt werden. So ergibt sich eine Vielzahl von Kombinationsmöglichkeiten.
Die Module können dabei trotz gleicher Maße verschiedene Anzahlen von Schubladen enthalten, wie das folgende Beispiel zeigt.
Ein weiterer Vorteil ist, dass die Module sich auch getrennt voneinander verwenden lassen. So lassen sie sich ideal in Regale integrieren oder als Tischaufsätze verwenden.
Eng verwand mit historischen Schubladenschränken in Modulbauweise sind Schieberschränke mit Klappfunktion, die insbesondere während der 1920er Jahre weit verbreitet waren.
Die Basis bildet dabei ein länglicher Kasten, der einfach aufgeklappt und dadurch zum Schubladenschrank wird (häufig mit integriertem Regal), der dann als Tischaufsatz Verwendung findet.

Prägend für Fortentwicklungen im Bereich historischer Schubladenschränke sind Uhrmacher- Möbel. Denn auch hier traf ein vergleichsweise hoher Grad an Intellektualisierung (lange Tradition der Mechanik) auf handwerkliches Geschick.
Dabei nimmt der Uhrmacherschreibtisch eine zentrale Rolle ein.

Häufig stellen sie eine Kombination aus Tisch und Schubladenschrank dar. Durch ihre intensive Plastitzität vermitteln sie oft ein besonders expressives Bild.

Schubladenschrank und Schreibtisch wurden dabei in einer Mischform zu kunstvollen Arrangements stilisiert.
Dabei finden klassische Bauweisen und ungewöhnliche Design-Ideen zu einer besonderen Melange.
Während Uhrmacher- Möbel in der Rückschau oft einen althergebrachten Eindruck vermitteln, galten sie in ihrer Entstehungszeit als geradezu revolutionär.
Immer wieder sorgten innovative Kreationen für Aufsehen, die danach in den allgemeinen Möbelbau Einzug hielten und dazu beitrugen neue Standards zu schaffen.
Diese sind tief in unserer heutige Wohnwelt verankert und prägen die Gestaltung von Möbeln bis in die jetzige Zeit.
Während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, der Blütezeit dieser Möbelstücke, entstanden sogar Kombinationsmöbel aus herkömmlichen Schrank, Rollladenschrank und Schubladenschrank, Stilbrüche, die in ihrer Zeit für Verwunderung sorgten.
Die Idee der Schrankwand (Wohnwand), welche heute in vielen Haushalten zu finden ist, wurde in diesem Rahmen sehr früh skizziert.
Im Mittelpunkt standen dabei nicht nur neue Designideen sondern der Wunsch nach Praxistauglichkeit.
Vor allem anderen sollte eine Vielzahl verschiedener Dinge gut sortiert und leicht erreichbar untergebracht werden.
Da Uhrmacher oft in kleinen Räumen arbeiten, war dabei eine optimale Raumnutzung wichtig.
So zeichnen sie sich Uhrmacherschränke häufig durch eine geringe Tiefe aus.
Dies macht sie in heutiger Zeit ideal für reduzierte Raumgrößen.
Die Leitideen der Entwicklung von Schubladenschränken lässt sich in diesem Kontext ideal verstehen - als ein Möbel, dass an verschiedenen Standorten, zu unterschiedlichen Zeiten wechselnden Ansprüchen gerecht wird.

Neben diesen Aspekten ist der antike Schubladenschrank ein Möbelstück, das neben seiner zeitlosen Praxistauglichkeit, unabhängig von seiner Größe, in Form und Funktion ideal mit anderen Möbeln harmoniert.
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts stand eine weitere Art von Schubladenschrank in seiner Blütezeit: der Planschrank aus Holz.
Die rasche Zunahme von großformatigen Papieren erforderte praktische Grafikschränke, die flexibel verwendbar waren und sich zu verschiedenen Möbelgruppen arrangieren ließen.
Zu seinen wichtigsten Vertretern gehört der "Planschrank A0" aus dem Hause "Reiss".
Seine Entwicklung erreichte hohe Reife in Ästhetik und praktischer Verwendbarkeit, setzte so grundlegende Maßstäbe im Bereich der Zeichnungsschränke.
Auch ihm ist die Modulbauweise zu eigen. Es gibt ein Bodenelement mit integrierter Schublade sowie ein Dach.
Diese können mit Zwischenelementen gefüllt werden, welche jeweils fünf Schubladen enthalten.
So lassen sich zum Beispiel relativ flache Schränke kreieren, auf deren Dachfläche sich eine zusätzliche individuell nutzbare Staufläche ergibt.
Bei Bedarf lässt sich die Anzahl der Schubladen jedoch recht simpel erhöhen.
Man nimmt einfach das Dach ab, fügt ein Zwischenelement mit fünf Schubladen hinzu und setzt das Dach wieder auf.
Das Möbel selbst macht im Anschluss, egal wie viele Zwischenelemente verwendet werden, immer eine perfekte Figur.
Zum dritten Teil dieses Blogs über alte Schubladenschränke gelangen Sie über folgenden Link:









